oh toll wir kriegen jetzt kleine nummernschilder

Oh toll, wir kriegen jetzt kleine Nummernschilder

Na das ist ja mal eine gute Nachricht, endlich keine Kuchenbleche mehr. Was für ein Hohn. Ob Kristina Schröder mit ihrer brunzdummen „wir werden dann vor den gleichen Herausforderungen stehen wie viele andere Paare in Deutschland, bei denen beide beruflich sehr gefordert sind“ Aussage, weil sie EIN Kind bekommt und sie mit ihrem Mann zusammen ja auch „nur“ so rund 26000 Euro im Monat verdient, oder ob die 6 Millonen Bezieher von ALG II mit einer Erhöhung um 5 Euro verhöhnt werden, obwohl das Verfassungsgericht einen völlig anderen Auftrag erteilt hat, oder Stuttgart 21, oder in Berlin die Liebigstraße 14, oder oder oder, nein dem nicht genug, nun verhöhnen sie auch noch uns Motorradfahrer mit kleinen Nummernschildern. Es tut mir leid, mag die Freude darüber allerseits noch so groß sein, aber ich kann diese Symbolpolitik nicht mehr ertragen und es tut mir auch ein wenig leid euch in diesem Blog mit Politik auf den Sack zu gehen, aber ich habe die Schnauze gestrichen voll. Die wirklich wichtigen und notwendigen Modernisierungen im Führerscheinrecht – gerade im Bereich Kraftrad – wurden vom Verkehrsministerium nicht aufgenommen.

Gut, dass Trike-Fahrer nun einen Motorradführerschein der Klasse A (unbeschränkt) brauchen, das geht mir persönlich jetzt ziemlich am Arsch vorbei, aber Fakt ist nunmal, dass ein Trike von der Fahrphysik mit einem Motorrad sehr wenig zu tun hat. Aber wenn man als bayrischer Politiker hackevoll im Bierzelt rumschwankt, dann verkommt wohl alles zu einem Motorrad, was eine Gabel und einen Lenker hat. Das ist sowas von an der Realität vorbei, sowas kann sich ein Mensch doch nur einfallen lassen, wenn er im Vollrausch ist. Was lernt man denn, wenn man in der Fahrschule den Führerschein der Klasse A macht? Schräglage, dynamische Achslastverlagerung, Gefahrbremsung mit einem Zweirad. Das ist für das Fahren von Trikes so relevant, wie argentinisches Rindersteak (englisch gebraten) für eine Veganerin. Und über die möglicherweise kommende ABS Pflicht möchte ich gar nicht erst reden, da hat Clemens schon Tacheles geredet.

Was aber in meinen Augen absolut nützlich, notwendig, oder um’s im Politikerbullshitbingoneusprech zu sagen „alternativlos“ gewesen wäre, ist der Einschluss der Führerscheinklasse A1 (125 ccm) in die Klasse B (PKW). Die EU Verordnung hätte dies ohne Probleme ermöglicht und in anderen Ländern wird dies ja bereits seit Jahren so praktiziert (z.B. in Spanien). Den 125er Führerschein mit in den PKW Führerschein zu integrieren hätte in meinen Augen viele Vorteile mit sich gebracht.

Der Individualverkehr wird in Deutschland weitgehend über PKWs gestaltet. Mein größter Kritikpunkt beim Auto war schon immer – neben der Langweiligkeit der Sache – die mangelnde Effizienz dessen. Wie oft sehe ich Menschen, die mit ihrem Auto zur Arbeit fahren und alleine im Wagen hocken. Es werden also 1,5 Tonnen Fahrzeug benötigt, das zudem noch mit nutzlosem Luxuskram vollgepackt ist, um eine Person zu befördern. Na spitze. Das ist ja mal Effizienz in Reinkultur. Die 125er Klasse Teil des PKW Führerscheins werden zu lassen hätte vielen Menschen ermöglicht im Sommer teilweise auf das Auto zu verzichten und sich vielleicht einen 125er Roller, oder eine Enduro, oder auch eine kleine Rennsemmel zu schwingen. Die fressen nämlich kein Brot, verbrauchen kaum Sprit und machen Spaß. Ich verlange ja gar nicht, dass jeder so bekloppt ist wie ich und bei jedem Wetter mit zwei Rädern fährt, aber eine sinnvolle Neuregelung wäre eine echte Chance gewesen die Effizienz des Individualverkehrs zu steigern. Und natürlich um Menschen das Motorradfahren wieder näher zu bringen, weil Moppenfahren einfach eine geile Sache ist. Autofahren kann jeder Depp, Motorradfahren ist eine Kunst.

Außerdem werden wir Motorradfahrer nicht jünger. Der Trend geht leider langsam aber stetig zum alten Sack. Ich sehe das immer an den Treffen an denen ich teilnehme und übrigens auch an den Motorrädern, die am meisten verkauft werden: Die BMW GS – das SUV unter den Motorrädern. Jedenfalls gibt es auf den Treffen nur ganz wenig junge Leute und ich gehöre mit meinen 33 Jahren oft schon dazu. Ist ja auch irgendwie kein Wunder wenn ich überlege, was heute so ein Motorradführerschein kostet. Da sind locker 1500 Euro fällig und wer kann sich das zusätzlich zum PKW Führerschein, der ja noch mehr kostet, überhaupt leisten? Und dann gibt’s da auch noch Leute in meinem Alter und auch ein wenig älter, ja die treffe ich immer wieder solche Gesellen: Haben einen Führerschein, haben ein Motorrad, aber fahren nicht mehr. Die Ausreden sind immer dieselben… kein Zeit, zu gefährlich, Spaß am Fahren verloren oder häufig: Baby im Anmarsch / Kinder bekommen. Jungs und Mädels, ihr müsst euch die Zeit nur nehmen. Ich hab auch jede Menge Stress um die Ohren und betreue mit meiner Fastfrau insgesamt 4 Kinder und 3 Jugendliche und trotzdem fahre ich Motorrad. Ohne Motorrad würde ich bekloppt, nur unter dem Helm sind die Gedanken wirklich frei, vielleicht ist ja das genau der Unterschied zwischen euch und mir. Aber ich schweife ab.

Fakt ist: Es fehlt ein einfacher Zugang zum Motorradfahren. Sei es über die Integration der 125er Klasse in den PKW Schein, oder über kostengünstige A Führerscheine. Und da hätte die Politik ansetzen können, die Chance war da, aber die Lobbykraten haben’s wie immer totalvergeigt, wie sie einfach alles vergeigen was die von der Realität abgekapselten hirnamputierten Politzombies nur vergeigen können. Immer. Seit Jahren.

Mich kotzt das an. Das musste mal raus.

kkthxbye

Abgestempelt unter , , ,
31 Leute haben was dazu gesagt und 2117 haben das bereits gelesen.

Ich will das weitergeben:

Tweet
Facebook
Share

31 Antworten

  1. Die Sache mit den 125ern hätte ja auch den Vorteil, dass diese Gruppe nicht auch noch irgendwann verschwindet, so wie es ja mit 50er Mokicks passiert ist. Gibt ja, wenn überhaupt, von den großen Marken nur noch 08/15-Roller. Und obendrein müssen die ja per Gesetz auch noch im Weg rumstehen mit ihren maximal 45km/h, das hat der Klasse ja auch mehr oder weniger den Todesstoß versetzt.

    Na immerhin wird ja die 80er Regelung für die U18 abgeschafft.

    [Antworten]

  2. Die ABS-Regelung ist nicht „möglicherweise“, sie ist fest gebucht für 2017. Mich kotzt das genauso an wie Dich, dass die Fahrschullobby mehr politischen Schlag hat als der IVM, weil sie immer sagen können, sie machen alles „sicherer“. Fakt ist, dass man in der Fahrschule niemals Motorrad lernen kann, weil das einfach zu lang dauert. Jede Verlängerung dieser Ausbildung ist deshalb nur eines: Ein Ruf der Fahrlehrer nach mehr Geld.

    Viel lieber wäre mir eine Zwischenprüfung: Man macht den Führerschein in einer radikal verkürzten Ausbildung, muss dann aber nach ein, zwei Jahren nachweisen, dass er gewissen Grundkenntnisse eigenständig austrainiert hat. Sonst kriegt er seinen temporären Lappen nicht als Vollversion.

    [Antworten]

  3. Sehr schön geschrieben!

    Nett zu wissen das es auch gescheite Leute gibt 😉

    Nur in einer Sache muss ich dich korrigieren:

    „Autofahren kann jeder Depp, Motorradfahren ist eine Kunst.“

    Ich beziehe mich aufs erstere, „selbst das“ kann nicht jeder.

    [Antworten]

    • @Chris:

      Zitat: “Autofahren kann jeder Depp, Motorradfahren ist eine Kunst.”

      Ich beziehe mich aufs erstere, “selbst das” kann nicht jeder.

      Stimmt, da hast du Recht, das hatte ich wegen der Formulierung verdrängt. 😉

  4. Ein schöner, lesenswerter Artikel.

    [Antworten]

  5. Bewundernswert, wie Du so ruhig bleiben kannst während Du all den hirnfreien Schwachfug der so über uns kam, kommt und kommen wird zusammenfasst. Und dass in Deinem jugendlichen Alter.

    [Antworten]

  6. Schöner Artikel. Aber eins ist mir nicht ganz klar. Einerseits amüsierst du dich darüber das ein Trike mit einem Motorrad mal rein gar nichts zu tun hat. Was für mich jetzt mehr als einleuchtend klingt. Anderereits fändest du 125er mit B fahren ganz klasse. Aber hat ne 125er nicht auch ca. überhaupt nix mit nem PKW zu tun. Ich bin mir ziemlich sicher wenn ich jetzt die Erlaubnis hätte mich auf nen 125er zu setzen und einfach mal so loszugurken würde ich eine extreme GEfahr für mich und andere Verkehrsteilnehmer darstellen. Also soll man doch auch bitte nur das Fahren dürfen was man zumindest in Grundzügen gelernt hat.

    [Antworten]

  7. Marc

    schrob am 08 Feb 2011 um 16:18

    @Max: Ja das mit der 80 Km/h Kacke ist das einzig positive, und was die 45 Km/h Campingklos angeht, da gebe ich dir Recht.

    @Clemens: Den Vorschlag mit der Zwischenprüfung finde ich richtig gut!

    @Selle: Wer ein Fahrrad fahren kann, der kann prinzipiell auch eine 125er bewegen. Eine 125er ist kein Motorrad – die Beschleunigung und die Endgeschwindigkeit ist sehr überschaubar. Die Regeln des Straßenverkehrs bleiben dieselben, nur das Fahrzeug ändert sich.

    [Antworten]

  8. @Marc @Sell0r:

    Meiner Meinung nach spräche auch nichts dagegen, den 125er in Klasse B mit der Auflage eines günstigen (!), praktischen Wochenendkurses zu versehen.

    Freilich, Motorradfahren lernt man da nicht, aber es gäbe den Leuten wenigstens die Gelegenheit ihre ersten Meter in einer geschützten Umgebung machen zu können und nicht nach einlegen des zweiten Gangs gegen das SUV des Nachbarn zu knallen. (Was für die Interessenten ja auch wesentlich stressfreier und damit angenehmer wäre. (Positive Konditionierung.) Das mit dem Probieren natürlich. ;))

    [Antworten]

  9. @Alex: Hätte ich auch nichts dagegen. Ich gehe allerdings davon aus, dass sich Der-/Diejenige nicht einfach so auf eine 125er setzen würde und ohne vorherige Parkplatzübungen in den Verkehr stürzt. Gesunder Menschenverstand und so.

    [Antworten]

  10. So ein Kurs hätte auch noch den großen Vorteil, dass man sich nicht erst eine eigene Maschine zulegen müsste, nur um es mal probiert zu haben.

    @Marc: Klar, davon gehe ich auch aus. Ich denke nur, dass es einfach ein besseres Fundament wäre, wenn wenigstens die Grundzüge von jemandem vermittelt würden. So jemand könnte einem dann auch als Aussenstehender vielleicht auf Fehler oder Dinge, die man besser machen könnte aufmerksam machen, was einem selbst nicht auffällt. Naja, in meinen Augen wäre das jedenfalls ein guter Kompromiss. Aber selbst zu so etwas wird es wohl nicht kommen… :/

    [Antworten]

  11. Marc

    schrob am 08 Feb 2011 um 20:10

    Nee, 125er fahren 80 oder 100. Da sind Schräglage, dynamische Achslastverlagerung und Gefahrenbremsung mit 2 Rädern in der Ausbildung angesagt. Jemand mit dem Autoschein darauf ist genauso Unsinn wie mit dem Autoschein auf dem 7.5-tonner mit Luftbremse und Doppel-H-Schaltung.

    [Antworten]

  12. „Wer ein Fahrrad fahren kann, der kann prinzipiell auch eine 125er bewegen.“

    Ich glaube da irrst du. Ich wage zu behaupten ziemlich gut Fahrad fahren zu könnnen, aber ich bin mir sicher ne 125er krieg ich ohne fremde Hilfe noch nichtmal auf nem Parkplatz angefahren. 😉

    Versteht mich nicht falsch, ich fände einen einfacheren Einstieg ins 2 Rad Geschäft sehr Klasse. Nicht zuletzt weil mich 2 Räder auch mal reizen würden, aber ich halt einfach nie genug Kohle für Führerschein + Gefährt am Start hab.

    Ich find nur einfach die Regelungen der Führerschein Vergabe manchmal einfach idiotisch. Was qualifiziert jemanden der Seine Klasse B vor Datum X gemacht hat, 40 Jahre Auto gefahrne ist auf einmal dazu ein Zweirad zu führen. Ein bischen Training/Übung/Prüfung muss schon sein bevor mal Leute auf einem sehr unikaten Gefährt auf die Welt los lässt. Auch wenn das gerne sehr viel billiger und kürzer ablaufen darf als es jetzt der Fall ist.

    Und wenn man über Gesetzgebung redet ist ja „gesunder Menschenverstand“ das letzte Argument das greift. 😉

    [Antworten]

    • Ich hab noch ne 80er im Keller. Komm vorbei und fahr. Wirst sehen: Alles halb so wild. 😉

  13. Erstmal Respekt für den guten Beitrag!

    Wie so oft geht die aktuelle Gesetzgebung mal wieder völlig an der Realität vorbei und führt über Umwege zu einer kriminalisierung vieler Verkehrsteilnehmer. Die aktuelle Begrenzung auf 45 km/h für die 50er ist doch schon beinahe eine Einladung für illegale Tuningmaßnahmen. Wie viele jugendliche bringen sich jedes Jahr um ihren Versicherungsschutz nur weil sie nicht als mobiles Verkehrshindernis unterwegs sein wollen?

    Ein günstiger 125er Führerschein würde das Problem von Grund auf lösen. Es kann doch nicht sein, dass der Führerschein für ein besseres Moped fast so viel kostet wie der A-Schein. Mit so einer Möglichkeit günstig in den 125er Bereich einzusteigen würde mit Sicherheit auch der ein oder andere Autofahrer auf den Zweirad-Geschmack kommen.

    [Antworten]

  14. Eine Sache ist mir dazu noch einfallen: Ich bin ja ans Moppedfahren gekommen, weil ich mir irgendwann mal bei eBay eine alte Simson gekauft habe. Einen Spatz mit 50ccm Motor aus der Schwalbe. Das Ding lief auch fast 70. Naja, ich kann sagen, dass ich vorher keine Ahnung hatte wie man sowas fährt. Hatte halt wie ein Motorrad auch Fußschaltung (3 Gänge) und so weiter. Als das Ding dann vor der Tür stand einfach draufgesetzt, paar mal die Straße rauf und runter und dann ab dafür. Und dann bin ich ja lange 50ccm Simson gefahren, bis ich mich entschloss den Moppedschein zu machen.

    In der Fahrschule hatte ich dann in der ersten praktischen Fahrstunde auch so eine 125er. Auf dem Parkplatz dann ein wenig damit rumgefahren und dann ab in den Verkehr. Am Ende der Fahrzeuge sagt der Fahrlehrer dann zu mir, dass wir die nächste Stunde ein richtiges Motorrad nehmen, weil ich das ja offensichtlich kein Problem war mit der 125er.

    Deswegen kann ich zumindest von mir sagen, dass ich persönlich zwischen 50ccm Simson (=70 Km/h) und 125ern (=110km/h) keinen großen Unterschied gesehen habe, was aber vielleicht auch daran lag, dass ich vorher viel 50 Kubik mit richtiger Schaltung gefahren bin.

    Aber (ja es gibt eins) das ist vermutlich auch bei jedem anders. Unterschiedliche Lernkurven und so.

    Wer sich nicht sicher ist, dass er mit einer 125er klar kommt, der muss und wird sich zwangsweise ein paar Fahrschulstunden verordnen. Zwei Stunden Theorie und zwei Stunden Praxis sollten da aber ausreichen.

    Und an eine Sache möchte ich noch erinnern: Die 125er Klasse war bereits mal Bestandteil des PKW Führerscheins. Nämlich für alle, die ihren Schein vor dem 1.4.1980 gemacht haben.

    Achja, nochwas ist mir eingefallen: Gehen wir bei der 125ccm Klasse mal nicht von einem Zweirad mit Fußschaltung aus, sondern von einem Roller (die haben alle Automatik). Da brauchst du dann wirklich keine Einweisung mehr, weil da musst du nur Gasgeben und bremsen. Ansonsten fährt das Ding fast von allein… 😉

    [Antworten]

  15. 125er in den B Schein? Nein danke. Moppedfahren ist (wie Du selber schrubtest) eine Kunst, eine leicht erlernbare aber doch eine Kunst fuer sich.

    Guenstiger Einstieg mit bezahlbarer Ausbildung vom B nach A1 (aehnlich dem oesterreichischem B-Code111 Schein, der nicht in D anerkannt wird), waere eine vernuenftige Alternative in meinen Augen.

    Aber da Moppeds in D keine Lobby haben und Kradfahrer ja sowieso alle potentielle Organspender sind, scheisst sich doch keine Sau drum ob es in 10 Jahren nur noch ein paar Rentner gibt, die sich mit ihren morschen Knochen auf die Moppeds packen, weil der Nachwuchs ausbleibt.

    [Antworten]

  16. Für mich ist eine 125er halt kein Motorrad. Aber ich kann nicht verneinen, dass da zumindest eine Kurzausbildung angesagt ist.

    Naja, es ist leider müßig darüber zu diskutieren, weil die Politik es ja verkackt hat. 🙁

    [Antworten]

  17. Wie gewöhnlich…

    [Antworten]

  18. Ahhhh … danke. Das geht mir auch schon die ganze Zeit durch den Kopf 🙂

    [Antworten]

  19. Prinzipell finde ich es richtig, den 125er-Schein mit dem Autoschein zu verknüpfen. Aber wie gesagt, in irgendeiner Form müsste da schon noch eine etwas tiefergehende Einweisung ins Zweiradfahren erfolgen.

    Ich bin da wahrscheinlich sowieso ne ausnahme, habe seit meinem Motorradschein vor 4 Jahren nur meine Enfield gefahren (und zwar direkt rechtsgeschaltet nach der Fahrschule;) ) und nix anderes. Ich dürfte mich zwar auf jedes beliebig Motorrad draufsetzen und fahren…habs aber noch nie gemacht, weil ich da nen heidenrespekt vor habe, wenn sich plötzlich ps und geschwindigkeit verdoppeln. Und da schließt sich dann ja der Kreis, ausprobieren auf sicherem gelände, klar sofort. aber direkt auf die straße? auf keinen fall. und daher, einfach 2-3 fahrstunden auf der 125er beim autoschein dabei, dann läuft das!

    übrigens, ich kenne genug leute, die haben den motorradschein gemacht und sind seit der fahrschule nicht mehr gefahren…schick die mal in den straßenverkehr….aber das ist wieder ein anderes thema;)

    grüße

    markus

    [Antworten]

  20. Jan

    schrob am 11 Feb 2011 um 15:08

    Ich glaube ehrlich gesagt, dass es schon reichen würde einfach die Hürden für den Motorradschein (ob jetzt A oder A1 is da egal) etwas niedriger zu hängen. Ich bin jetzt 23, als ich mit 18 meinen Autoführerschein gemacht hab, hatte ich einfach nicht die finanz. Mittel noch den Motorradschein dazu zu machen (auch wenn das günstiger gewesen wäre), also bin ich erstmal mit so ner 50er Plastikschüssel durch die Gegend gegurkt (entdrosselt, nicht weils cooler war/ist sondern damit einen nicht die bekloppten Autofahrer im Ort auf ner schmalen Strasse überholen :-/) Mit 20 hatte ich dann die Kohle parat, ab zur Fahrschule und Führerschein gemacht. Was mir bis heute noch nicht klar ist: Warum muss ich z.B. den gesamten Theoriekram nochmal machen? Ich bin zu dem Zeitpunkt zwei Jahre lang unfallfrei Auto gefahren – was offensichtlich nur möglich ist,wenn man die Verkehrsregeln beherrscht.

    Soll heissen: Eigentlich macht heutzutage nurnoch jemand nen Motorradführerschein, der es WIRKLICH will. Man legt halt nicht just for fun die doch deutliche Anzahl an Euros auf den Tisch. Aber wie soll man denn, wenn man nicht grade Verwandte hat, feststellen ob man Motorrad fahren möchte?

    Wie wäre es damit, denn in meinen Augen ziemlich überflüssigen M Schein zu streichen und stattdessen für die Leute, die es wollen einfach noch „einmal mit ner 125er um den Block“ in den B Schein zu integrieren? Mit nem 125er Lappen kann man wenigstens was anfangen.

    Ach und zu der hohen Kunst ./. erlernen: Ich habe noch nie jemanden erlebt, der von sich behauptet hat, nach der Fahrschule Motorrad (egal ob 125 oder richtig) fahren zu können. Das lernt man durch Praxis, die kann man sich eh nur selbst holen und ob man dann das Motorrad „bedienen“ aufm Parkplatz oder in der Fahrschule lernt, macht da glaub ich keinen Unterschied.

    grüße,

    Jan

    PS: Ich finde ein bisschen Politik schadet keinen Blog…

    [Antworten]

  21. Tobias

    schrob am 11 Feb 2011 um 22:25

    Ich finde die schweizer 125er Regelung eigentlich den besten Kompromiss.

    Wer den PKW Führereschein besitzt, muss 8 Fahrstunden in einer Gruppe machen ohne Theoretische oder Praktische Prüfung.

    Das ganze is dabei auchnoch recht günstig da sich die kosten in der Gruppe natürlich stark reduzieren (waren bei mir ca 250 Euro wenn ich mich recht erinnere).

    [Antworten]

    • @Tobias: Das finde ich doch eine feine Regelung, da haben die Schweizer uns was voraus, aber gut, die haben ja auch mehr Basisdemokratie und sind nicht so Kopfgesteuert wie die BRD.

      @Wolli: Genau das meine ich ja. Ein einfacher Zugang zur 125ccm Klasse führt langfristig doch eher zum Motorrad. Und schön, das es bei deiner Frau genau so war. Euch beiden immer eine gute Fahrt. 🙂

  22. Wolli

    schrob am 12 Feb 2011 um 21:14

    Hallo Freunde.

    meine Frau gehört zu den glücklichen Jahrgängen die mit Klasse 3 ne 125er fahren durfte. Training Sonntags auf dem Großmarktparkplatz. Montags dann schon etwas weiter in die Umgebung. In einem Jahr dann mit mir 16000 Km gemacht. Dann Klasse 1 gemacht, mit 50 Jahren. 4 Jahre ne 900er gefahren. So ca 90000 Km. Unfallrei ! Ohne die Möglichkeit 125er zu fahren wäre sie nie auf die Grosse gekommen !

    [Antworten]

  23. Dave

    schrob am 20 Jun 2011 um 12:47

    Ich halte es falsch die 125er klasse in den PKW schein zu integrieren aber ich halte die Klasseneinteilung nach Hubraum für völligen Quark. Die alten 125er sind teilweise bis 180 gefahren bevor die 15PS grenze kam. Dagegen fährt eine Sommer Diesel nur 110 Bergab mit Rückenwind und Speichen nachgreifen. Besser wäre eine Leistung/Max Geschwindigkeit als einteilung geeignet. Ebenso günstig wäre es die Klasse M wieder auf 60 km/h zu erhöhen. Die Leistung haben die China Roller sowieso und mit 60 kann man wenigstens in der Stadt mitschwimmen.

    Die 125er Klasse verliert auch durch den Führerschein B mit 17 an Bedeutung. Ich hätte mit 16 keine Lehrstelle ohne FS bekommen aber wenn nur noch 1 Jahr bis zum Auto fehlt überlegt man sich zweimal ob man nich doch wartet.

    Generell gilt: Je mehr Leute ab und an mit dem Moped/Motorrad fahren desto sicherer wird es auch. Solche Deppen die mit knappen 20cm Seitenabstand auf der Landstraße überholen würden das sicher nicht machen wenn sie wüßten wie der 2-Radler sich dabei fühlt. Dasselbe gilt für Leute die die Vorfahrt schneiden um dannn ja nicht hinter einem „lahmen“ Moped zu hängen.

    [Antworten]

  24. Sven

    schrob am 20 Jun 2011 um 15:27

    Ich halte es auch für nicht angebracht ein 2-Rad mit einem PKW-Führerschein führen zu dürfen. Klar, die Verkehrsregeln sind die gleichen, aber die Fahrphysik ist doch schon etwas anders.

    Aber für den Einstieg wären 50 – 125 ccm, auch als Jugendlicher, schon in Ordnung. Allerdings sollten diese Dinger auch mindestens 50 fahren, so wie in der Stadt halt gefahren werden darf. Wenn’s letztendlich auf 60 hinausläuft, wie mein Vorredner „Dave“ meint, ist auch nicht schlimm, und natürlich auch die Begrenzung nach Leistung/Geschwindigkeit statt Hubraum macht mehr Sinn. Hauptsache kein Hindernis wie diese 40 fahrenden Dinger! Obwohl ich ja die 25’er noch schlimmer finde. Früher sah man wenigstens ob’s ’ne Mofa war. Heutzutage sehen die aus wie jeder normale Roller. Hört nur bei 25 plötzlich mit beschleunigen auf. Das schlimmste was ich bislange gesehen habe war ein Roller, der anhand der Baugröße wohl ’nen 125’er Motor beinhalten sollte, aber auf 25 gedrosselt war.

    Die Idee so ein Kleinkraftrad nach einer Schnelleinweisung fahren zu dürfen, wenn man bereits im Besitz einer gültigen PKW-Fahrerlaubnis ist, halte ich für angemessen. So wie dieses Schweizer Modell. Einweisungsfahrt(en) mit festgelegter Stundenzahl, ggf. sogar auf ’nem Übungsgelände und gut. Verkehrsregeln und bewegen im Verkehr sollte man ja können.

    Wenn man dann allerdings ’n richtiges Motorrad fahren möchte muss man dann halt auch den richtigen Schein machen. Da muss man dann schließlich das Mitdenken für die anderen(Autofahrer) lernen. Vielleicht wird das ja auch weniger, wenn es mehr Motorradfahrer (oder auch Kleinkraftradfahrer) gibt.

    [Antworten]

  25. Pingback: Wechselkennzeichen, oder: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint, Das Motorrad Blog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *