eis im vergaser ural

Eis im Vergaser

Die Beschraubung der Ural verlief gestern recht erfolgreich. Der alten Nassluftfilter wurde gegen einen Trockenluftfilter  getauscht, die neuen Bowdenzüge von Kupplung und Gas frieren nun nicht mehr ein, die Beiwagenleuchten funktionieren nun auch in Rechtskurven, die Bremse hat nach Einstellung diesen Namen endlich auch verdient, die 9Ah Gelbatterie im Kofferraum hat die erste Nacht bei -15° überlebt.

Und gar nicht so einfach war es, viele Kleinigkeiten haben mich aufgehalten. Ich musste den original Russengasgriff umstricken, weil der neue Zug ein Einzelzug mit Verteiler ist. Dann hatte sich die Endhülse des alten Zugs in der Stellschraube des linkischen Vergasers derart eingenistet, dass ich diese ausbohren musste. Und noch viele andere Kleinigkeiten, einfach zeitraubend und nervig. Es wäre also schön gewesen, wenn ich heute einfach mal ohne Probleme vom Hof hätte fahren können. Hätte

Doch leider entschließt sich die Ural nach mehrfach unendlichen Kickversuchen kurzfristig dazu, nur auf einem Zylinder zu laufen, der rechte Krümmer bleibt eisekalt. Mit Choke allerdings läuft er gelegentlich mit. Also erstmal die Zündkerze raus, die rabenschwarz vom Choke ist. Sicherheitshalber tausche ich sie gegen eine Neue und prüfe danach den Zündfunken. Funken tut’s, was kann es dann sein? Richtig: Gemisch. Also die Schwimmerkammer des Dell`Ortos auf und was finde ich da? Einen dicken Klumpen Eis. Gut, das kann ja auch nicht funktionieren, also raus mit dem Mist, säubern, wieder zusammenschrauben und nach einigen Kickversuchen werde ich mit zwei laufenden Zylindern belohnt. Aber irgendwie läuft sie immernoch wie ein Sack Schrauben und schon nach 500 Metern Fahrt häng der rechte Zylinder am Gas und geht nicht mehr zurück in den Leerlauf, worauf hin ich den Schlüssel drehe und mich auf einen Parkplatz ausrollen lasse.

Mein erster Gedanke ist, dass vielleicht der Gaszug hängt, aber bei näherer Begutachtung sehe ich, dass der Schieber des Vergasers selbst hängt. Also öffne ich den Vergaser erneut, nur diesmal oben und ziehe den Schieber mit einiger Kraft heraus, denn er ist festgefroren. Ich wische den Schieber mit einem Lappen ab und besprühe ihn mit MoS² Öl und befreie ihn danach vom überflüssigen Öl. Dann schau ich in den Vergaser und finde noch mehr Eisstückchen, die ich mit den Fingern und dem Tuch entferne. Nach dem Einsetzen des Schiebers und dem Montieren des Deckels fahre ich weiter. Mal sehen, wie sie jetzt läuft. Besser, aber immer noch nicht besonders und nach 3 Kilometern hängt der Schieber schon wieder.

Also fahre ich wieder rechts ran und öffne den Vergaser nochmal. Immer noch Eis, wo kommt das nur her, ich hatte doch alles weggewischt? Ich löse die Klemmschellen des Verbindungsgummis zum Luftfilter und entlarve den Übeltäter, das Gummirohr ist innen mit einigen Eispartikeln besetzt. Ich sprühe WD40 durch und wische es mit einem Tuch sauber. Dann montiere ich alles wieder, reguliere den Leerlauf noch neu ein und fahre weiter.

Endlich: Sie läuft jetzt richtig gut und ich schaffe die verbleibenden 8 Kilometer bis zur Arbeit ohne Probleme. Ich bin ja gespannt, wie sie heute Abend laufen wird. Nächste Woche will ich zum Wintertreffen in die Eifel, bis dahin muss sich die Russin noch ein wenig bewähren, die MZ scheidet ja leider aus. Ich fahre morgen besser nochmal in die Garage und nehm mir die Vergaser nochmal zur Brust. Außerdem muss ich das Hinterrad noch wechseln, der Reifen ist runter.

Übrigens: Zweieinhalb Stunden für 15 Kilometer. Da hätte ich auch laufen können. 😉

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11 Leute haben was dazu gesagt und 888 haben das bereits gelesen.

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11 Antworten

  1. WOW. Ich hatte vom Eis im Vergaser erst per Twitter gelesen und dann per Feedreader… Vielleicht taugt das ja doch was… 🙂

    Die Sache mit dem Eis ist echt bitter. Da hätte ich von einem Russengespann mehr erwartet. Das sollte die Temperaturen ja eigentlich gewohnt sein. 🙂

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  2. Naja, ich denke das Feuchtigkeitsproblem im Vergaser ist dadurch zustande gekommen, dass die Hüllen der alten Gaszüge stark beschädigt waren. Die haben Feuchtigkeit durchgelassen, was das Einfrieren der Züge ja bewiesen hatt. Ich vermute, dass dich Feuchtigkeit dann bis runter in den Vergaser gewandert ist, weil eben alles betroffen war auf der rechten Seite. Ansaugstutzen, Vergaseroberteil und Schwimmerkammer. Ich hoffe jetzt ist erstmal ruh und die Kiste springt gleich an.

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  3. Auf die Möglichkeit Wasser im Tank/Benzin muss ich hoffentlich nicht hinweisen 🙂

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  4. Ich glaube auch ehr, dass es die kaputten Züge runtergewandert ist. Bei den Temperaturen hätte er vermutlich Eiswürfel im Tank. 🙂

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  5. … die Beiwagenleuchten funktionieren nun auch in Rechtskurven …

    Unnötig, im Beitrag den Namen “Ural” explizit zu erwähnen 😉

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  6. Mein Gott Marc, dir passieren ja immer Sachen.

    Ich dachte die Russin ist für solche Temparaturen gebaut worden und läuft dann erst zur Höchstform auf. Bist du dir sicher, dass das Gespann wirklich aus Russland kommt? Oder hast du dir irgendeinen deutschen Nachbau eines Russengespannes andrehen lassen?

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  7. 😀 Ja, in wirklichkeit fährt er BMW. 🙂

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  8. Lol. Nee. Ich im Moment noch am recherchieren, vielleicht ist das Problem jetzt einfach ganz simple Vergaservereisung. Gestern Abend hatte ich wieder den selben Mist. Eine Stunde lang den Kompletten Vergaser nochmal gereinigt. Es war zwar diesmal nicht viel Eis drin, hat aber gereicht um die Hauptdüse zu verstopfen. Und auf der Rückfahrt an hing dann der Schieber plötzlich auf der anderen Seite. Ich vermute daher, dass es nicht mehr durch die Züge verursacht wird, sondern sich um ganz simple Vergaservereisung handelt (Verdunstungskälte die durch die Temperaturen potenziert wird). Wasser im Sprit denke ich nicht, denn der Wasserabscheider vom Benzinhahn sah gut aus. Ich werde nun versuchen Isopropanol dem Sprit beizumischen, dass soll helfen. Werde ich mir gleich mal in der Apotheke holen. Dann muss ich die Vergaser vorher aber trotzdem nochmal komplett reinigen und vom Eis befreien. Und das alles aufm Parkplatz in der bittren Kälte… brrr.

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  9. Wahnsinn, Eis im Vergaser!!!

    Das ist echt übel und passiert dann immer im falschen Moment.

    Solange man die Fähigkeiten eines MacGyver besitzt, ist das alles nicht so schlimm.

    Allerdings bekommt man Probleme, wenn man keine Ahnung von der Materie hat. Ich hatte erst einaml eine Reifenpanne- zum Glück!

    P.S.: Die Eifel ist wunderschön und eignet sich hervorragend zum Biken!!!

    🙂

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  10. Also das Isopropanol hat ein wenig geholfen, allerdings hatte ich einmal bisher wieder das Problem, dass meine Düsennadel Eis angesetzt hatte. Das ist natürlich ziemlich blöd, weil dann der Schieberstand im Vergaser zu hoch ist und die Karre immer Gas gibt. Ich habe jetzt die Entlüftung des Motorraums stillgelegt, weil die Entlüftung zusätzliches verdunstetes Wasser aus dem Motorraum in den Luftfilter gepustet hat. Das wird sicherlich auch helfen, aber bei den warmen Temperaturen kann ich das leider nicht mit Sicherheit sagen. Da hilft nur Abwarten bis es wieder kälter wird.

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  11. Pingback: Neues Pferdchen im Stall, Kawasaki KLX 250, Bj 2009, Das Motorrad Blog

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