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Mein Motorrad Winter 2011/2012

Ist ja fast schon Frühling, Zeit für ein kleines Winterfahrer Review. Um es kurz zu machen: Es war langweilig. Wir hatten keinen Winter. Ich bin nur einmal im Schnee gefahren, den Rest der Zeit hat es gepisst und es war auch nur vielleicht 2 Wochen richtig kalt. Die teuren Stulpen, die ich mir vor dem letzten Winter geleistet habe, liegen noch seit dem Umzug letzten Sommer unbenutzt in der Garage und die Griffheizung blieb weitgehend aus. Klimaerwärmung, El Niño, Mikrowellenbestrahlung vom Mars? Keine Ahnung warum es so „warm“ war, ist ja eigentlich auch egal. Irgendwie bin ich auch ganz froh drum.

Denn, was ich merke: „Man wird ja nicht jünger“ ™. Es ist jetzt wohl der sechste Winter, den ich durchfahre und ich kann nicht sagen, dass ich von der diesjährig entspannten Wetterlage sonderlich enttäuscht gewesen bin. Es war recht entspannend sich mal nicht durchs Chaos kämpfen zu müssen, sich nicht die Finger abzufrieren, oder die maximale Schräglage von 90° zu erreichen, was in richtigen Wintern ja nicht immer ausbleibt. Und ich gebe sogar zu, dass ich auf Wunsch meiner Frau zwei Mal mit dem Auto gefahren bin, oder habe mich bringen lassen, als es richtig glatt war. Hinzu kommt auch, dass sich meine Frau Sorgen macht, wenn ich bei beschissenen Verhältnissen Motorrad fahre – das kann ich auch durchaus verstehen, hängt schließlich viel dran, falls mir was passiert. Umgekehrt aber auch – so ist das halt mit einer großen Familie.

Unabhängig von den recht guten Bedingungen diesen Winter, bin ich trotzdem rund 2.000 Kilometer gefahren, obwohl sich die Fahrten nur auf den Arbeitsweg und sonstige Kurzstrecken beschränkten. Als Reifen fuhr ich meine „Sommerreifen“, die Metzeler Enduro 1, die ich in einem richtigen Winter niemals fahren würde, denn bei Schnee gehen die sofort ab, als wäre die Straße aus Schmierseife. Im Sommer sind die Reifen allerdings ziemlich genial, sehr haltbar, gehen auch auf Schotter und lassen sich angenehm fahren.

Imprägniert oder vorbereitet habe ich die KLX vor dem Winter auch nicht, wozu auch? Viel Salz wurde bei uns nicht gestreut, ich habe einfach auf die durch konsequentes Nichtputzen vorhandene Dreckschicht vertraut. Die KLX hat jetzt über 18.000 Kilometer auf dem Tacho – bis auf das Kabelbaum Problem (Rückrufaktion) – alles töfte.

Um diesen langweiligen Bericht (eben genau wie der Winter) noch etwas aufzulockern, folgender abschließender Fakt: Ich muss zum TÜV. Seit über drei Monaten bereits. Was gibt’s da eigentlich für eine Strafe, wenn die mich anhalten?

Und noch ein Rageface. Weil ich im Moment so wenig Zeit habe und Arbyte nervt.

ffffffffffffffffffffffuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu arbyte

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40 Jahre Kawsaki 900 Z1, Eisenhaufen, unfahrbar

Heute hat mich per E-Mail eine Pressemitteilung erreicht: „40 Jahre Kawsaki Z900“ und dass es da irgendein T-Shirt zu diesem besonderen Anlass zu kaufen gibt. Nun gut, dass ich für ein recht simpel bedrucktes Shirt 20 € plus Versand hinblättern soll [Update: Der Versand ist inklusive], das möchte ich nun nicht weiter kommentieren, wohl aber den Spruch, der auf dem T-Shirt zu lesen ist. „40 years that separate the men from the boys“. Das passt ganz gut zur Z900, die mir bisher nur wegen der schönen 4 in 4 Anlage und der urigen Optik aufgefallen war. Ein wenig Recherche ergab allerdings, dass die Z900 nicht nur mit einer schönen Abgasanlage, sondern auch mit echt beschissenem Fahrverhalten glänzen kann. Und ich sagte ja bereits: „Die unfahrbaren Eisenhaufen werden zur Legende„. Das ist wohl auch der Grund, warum eine gut erhaltene und unverbastelte Z900 auf dem Gebrauchtmarkt kaum unter 10 Kiloeuros zu haben ist. Zeit einen näheren Blick auf diesen Kultstuhl zu werfen.

T-Shirt Z 900 40 Years

Als die Z900 im Jahr 1972 auf der IFMA in Köln vorgestellt wurde, hat Kawasaki den Motorrad-Markt neu definiert – die Z900 war das erste Vierzylinder-Big-Bike. Mit rund 80 PS, einer Beschleunigung auf 100 Km/h in 3,5 Sekunden und 72 Nm maximalem Drehmoment war die erste Z900 damals der Traum vieler Motorradfahrer, die schnell unterwegs sein wollten. Doch als die Z900 im Jahr darauf endlich ausgeliefert und den Weg in die Hände der Motorradfachpresse fand, waren die Meinungen durchaus gemischt. Einerseits begeisterte die Motorleistung, andererseits waren Fahrwerk und Bremsen dem Gewicht und der Power der Maschine nicht gewachsen. Um mal Winni Scheibe zu zitieren: „War das Triebwerk eine Wucht, konnte das Fahrverhalten dagegen selbst abgebrühten Motorradfahrern Angst und Schrecken einjagen. Ob bei schneller Kurvenfahrt oder im Topspeed-Bereich, das Fahrwerk entwickelte ein sehr ausgeprägtes Eigenleben, das kaum zu bändigen war“ (Quelle: Classic Motorrad).

KAWASAKI Z900 (Quelle: Wikipedia)

Und warum wurde dieses Eisen nun zum Kultobjekt? Der robuste und standfeste Motor war sicherlich ein Grund, aber auch die Optik ist und bleibt gefällig. Die Kawasaki 900 Z1 – so die genaue Modellbezeichnung – ist heute immer noch zeitlos schön: Speichenräder, Chromschutzbleche und Tropfentank, dazu noch Kick- und E-Starter, das Ganze nackt serviert – wen stören da noch Kleinigkeiten wie Fahrwerk und Bremsen! Fazit: Ein wunderschönes Alteisen, das leider nur noch mit hohem finanziellem Einsatz zu bekommen ist. Die Ur-Z1  wurde nur 3 Jahre gebaut, relativ kurz im Vergleich zu anderen Kult-Motorrädern. Deswegen gratuliere ich Jedem, der eine Z900 noch sein eigen nennen kann.

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Voll für den Arsch: Gelkissen für die Motorrad Sitzbank

Als ich versucht habe ein Motorrad zu mieten habe ich ja bereits erwähnt, dass ich bei Louis so ein Gelkissen für die Sitzbank gefunden habe und das ich das testen werden. Nun, ich habe es getestet und bereits mehrere Monate auf meiner krass harten Enduro Sitzbank der KLX 250 montiert und kann nun guten Gewissens ein realistisches Urteil abgeben.

Das Ding kostet 50 € im Angebot (70 € regulär), ist mit Gel-Material aus der Medizintechnik gefüllt und kinderleicht montiert. Einfach die Sitzbank abnehmen, das Kissen positionieren und die seitlich abgehenden Bänder unter der Sitzbank straff zusammenknoten, Sitzbank wieder drauf, fertig. Das Kissen gibt’s in zwei verschiedenen Größen, ich habe das Kleinere genommen, das für meine Sitzbank sogar noch einen Tick zu groß ist, was sich aber als unproblematisch herausgestellt hat.

Gelkissen für die Sitzbank, (c) Louis

Nach dem nun lange andauernden Test sind mir bis jetzt fast nur positive Dinge ausgefallen. Ein wichtiger Punkt ist, dass das Kissen dank gummierter Unterseite beim Fahren nicht verrutscht und so der Kontakt zum Motorrad nicht leidet. Während der Fahrt spüre ich das Kissen gar nicht, nach einer längeren Fahrt allerdings schon, weil nämlich die Schmerzen im Hintern nicht vorhanden sind. Es funktioniert tatsächlich. Ich bin zwar noch nicht länger als eine Stunde am Stück damit gefahren, aber früher tat mir bereits nach 60 Minuten der Hintern so weh, dass ich eine Zwangspause einlegen musste. Das ist nun weg, der Sitzkomfort ist tatsächlich deutlich gestiegen, optisch ist es allerdings nicht so der Bringer.

Fazit

Wer keine Lust hat, sich die Sitzbank neu polstern zu lassen, für den ist ein Gelkissen sicherlich eine gute Alternative. Es ist schnell montiert und schont bei längeren Touren das Sitzfleisch, auch auf dem Soziussitz. Zudem lässt sich das Kissen beim Wechsel des Motorrads wieder zügig demontieren und auf’s neue Mopped mitnehmen – auch deswegen lohnt sich die Anschaffung. Einziges Manko: Sonnenbestrahlung lässt die Farbe des Kissens (schwarz) etwas ausbleichen, was ich aber nicht schlimm finde, weil die Optik von dem Ding so oder so fragwürdig ist (Siehe Bild aus dem Louis Katalog, Foto von der KLX reiche ich nach).

In diesem Sinne: Kann ich empfehlen und werde es selbst weiterhin benutzen.

PS: Sorry für den faden Wortwitz in der Überschrift. Ich schmeiß 5 € ins Phrasenschwein. Ehrlich.

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Aprilia Mana 850, die Unberührbare – ein Intensivtest

Die Aprilia Mana 850, keiner kauft sie, alle belächeln sie, weil sie ein Motorrad mit Automatik ist, ja nicht einmal mehr einen Kupplungshebel hat. Aber muss sie deswegen wirklich zur Kaste der Unberührbaren gehören? Ich bin gestern mit diesem Motorrad über 800 Kilometer gefahren – an einem Tag. Es war ein sehr hoher Autobahnanteil dabei, aber auch die Landstraßen vor Würzburg und natürlich meine Hausstrecke – von Lüdenscheid nach Menden durch das schöne Sauerland. Dadurch konnte ich mir von der Mana sehr intensiv ein eigenes Urteil bilden und meine anfängliche Skepsis hat sich nach und nach in Begeisterung verwandelt. Einerseits, weil die Mana wirklich richtig gut fährt und andererseits weil das Motorrad verdammt praktisch ist und ein paar sehr nette Details bereit hält. Aber von Anfang an.

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Buchrezension „Cologne – Shanghai: Eine Abenteuerreise“

Steffi hat mir bereits vor längerer Zeit das Buch „Cologne – Shanghai: Eine Abenteuerreise“ geschenkt und während die Tour lief, habe ich die Internetseite der beiden Fahrer intensiv verfolgt. Da ich leider wenig Zeit habe, hat es dann ein wenig gedauert, bis ich das Buch endlich lesen konnte.

An einem Samstag Morgen nahm ich das Buch in die Hand und las die ersten 40 Seiten, bis ich dann unterbrochen wurde, weil wir zum grillen bei meinen Eltern eingeladen waren. Nach der Rückkehr am frühen Abend schnappte ich mir dann sofort wieder das Buch und las es in wenigen Stunden bis zum Ende durch. Damit wäre eigentlich schon alles gesagt: Das Buch liest sich sehr flüssig, unterhaltsam und teils auch spannend. Dem Leser wird sehr gut vermittelt wie es ist so ein Abenteuer zu unternehmen und gibt Einblicke in die unterschiedlichen Kulturen am Wegesrand. Ob halblegale Polizeikontrollen, russische Gastfreundschaft, oder die seltsamen Essgewohnheiten der Mongolen.

Was mir an dem Buch besonders gut gefallen hat: Es wird nichts beschönigt. So eine Tour fährt man eben nicht problemlos und vorallem zeigt Eriks Bericht auch, dass beim Packen weniger oft mehr ist und das eine gute Vorbereitung auch in technischer Hinsicht sehr wichtig ist. Es braucht kein High-End Motorrad, aber ein Motorrad, bei dem alle Verschleißteile erneuert werden. Mit einem Ölwechsel ist es nicht getan.

Die Geschichte zeigt aber eben auch, dass es immer irgendwie weiter geht und manchmal ein Zufall dabei behilflich ist, dass es weiter geht. Ein kurzweiliges schön geschriebenes Buch über das Motorradabenteuer zweier Freunde, das ich sehr empfehlen kann.

Amazon: Cologne – Shanghai: Eine Abenteuerreise

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