aufstocken der winterausrustung beheizte handschuhe und enduro stiefel im wintertest

Aufstocken der Winterausrüstung: Beheizte Handschuhe und Enduro Stiefel im Wintertest

Weil meine Handschuhe und Stiefel bereits älter und in keinem guten Zustand sind, habe ich etwas Geld in die Hand genommen und mir bei Polo neue Ausrüstung geleistet. Um genauer zu sein: Ein Paar günstige beheizte Handschuhe für 100 € und Enduro Stiefel für 170 €. Eine neue Gesichtsmaske für den Winter und ein Enduro-Lenkerschutz für die KLX haben es dann auch noch in das Paket geschafft. Da es in den letzten Wochen teilweise verdammt kalt war, konnte ich die neue Ausrüstung endlich unter realen Winterbedingungen testen und kann nun über die Qualität berichten.

Die „Heat Handschuhe“ sind für 100 € sehr günstig, da habe ich mich schon gefragt, ob die Handschuhe überhaupt etwas taugen, schließlich gibt es beheizte Handschuhe mit Steuergerät eigentlich erst ab 300 € aufwärts. Das war mir allerdings dann doch zu teuer, und besser als meine alten kaputten Drei-Finger-Handschuhe würden die Neuen hoffentlich allemal sein.

Bevor es mit dem Heizen (#verbalsadismus) losgehen kann, wollten die Akkus der Handschuhe geladen werden, die übrigens oben in den Stulpen in einem kleinen Täschchen mit Reißverschluss verstaut werden. Das Laden dauert laut Handbuch 4 Stunden, was schon der erste Mangel ist, denn nach 4 Stunden sind die Akkus nicht vollständig geladen, realistisch dauert es wenigstens 6 Stunden. Dafür halten die Akkus dann bei voller Leistung etwa 3,5 Stunden, aber auch das kann ich nach meinen Feldversuchen nicht bestätigen, wobei fairerweise erwähnt werden muss, dass die Akkulaufzeit ab -5° abnimmt, was auch im Handbuch vermerkt ist. Leider waren auch die Akkus selbst dazu noch schlecht verarbeitet. Bei einem Akku war der Druckknopf, der als Ein-, Leistungs- und Ausschalter fungiert, in den Akku eingelassen, beim Zweiten stand dieser allerdings heraus, so dass sich der Akku durch die Handbewegungen beim Fahren teilweise selbst ausgeschaltet hat. Suboptimal.

Die Verarbeitung der Handschuhe selbst ist gut, das Innenfutter ist angenehm weich und wärmt auch ohne die eingebaute Heizung recht gut. Aber nun mal Butter bei die Fische, was kann der Handschuh bei -15° in der Kombination mit Lenkerstulpen? Kurz gesagt: Nicht viel. Großes Manko dieser Handschuhe sind die Fingerspitzen, denn diese werden von der Heizung nicht gewärmt. Die Heizung heizt lediglich die Handrücken und die ersten Knöchel der Finger. Nun sind aber gerade die Fingerspitzen beim Motorradfahren im Winter das größte Problem und deswegen taugen die Handschuhe für mich nicht als Winterhandschuhe für Motorradfahrer. Für den Weihnachtsmarkt sicherlich eine tolle Sache, aber wenn selbst 20 Kilometer Fahrt bei -15° und dann auch noch mit Stulpen die Fingerspitzen so stark abkühlen lassen, dass ich mit schmerzverzerrtem Gesicht zuhause ankomme, dann muss ich leider dieses harte Urteil fällen: Finger weg – im wahrsten Sinne des Wortes.

Glücklicherweise ist POLO sehr kulant und nimmt die Handschuhe zurück, obwohl ich sie schon einige Male benutzt habe. Ich werde dann wieder zur traditionellen Schweinepfote (Drei-Finger-Handschuhe) greifen, aber diesmal etwas mehr hinlegen, als beim letzten Mal. Die Schweinepfote für 20 € ist schon nicht schlecht, da werden die für 50 € sicherlich meinen Bedürfnissen genügen.

Aber nun zu einem erfreulicheren Thema: Den Stiefel „PT-P Pharao“ für stolze 170,- €. Da dieser Stiefel auch in der POLO Shop-Kategorie „Winterstiefel“ zu finden ist, hoffte ich endlich warme Füße zu bekommen. Und oh ja, der Stiefel entäuschte mich überhaupt nicht. Ich hatte bei -15° zwar kalte Füße, aber nicht so kalt, dass es störend oder gar schmerzhaft gewesen wäre. Ein weiterer Vorteil im Winter: Die Enduro-Stiefel bieten absolut sicheren Halt auf Schnee und falls es doch mal zu einem Sturz kommt, sind Bein, Knöchel und Fuß wirklich gut geschützt. Diesen Stiefel würde ich mir auf jeden Fall nochmal kaufen.

Manchmal ist es eben doch besser nicht preisbewusst zu kaufen, sondern gelegentlich etwas tiefer in die Tasche zu greifen. In der Regel gibt’s dafür nämlich auch die bessere Qualität. Die 60 € Billigstiefel von Louis haben jedenfalls keine eineinhalb Jahre überlebt, danach war die Sohle abgelaufen. Bei dem Preis trotzdem keine schlechte Leistung, wenn man bedenkt, wie intensiv ich diese Stiefel genutzt habe, nämlich beinnahe täglich.

Wer übrigens noch eine Empfehlung für Winterhandschuhe aussprechen möchte: Ich freue mich über Anregungen und Kommentare.

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7 Antworten

  1. Ich fahre im Winter mit recht dicken 5-Finger Gore/Thinsulate Handschuhen von Polo (=Eigenmarke), sind aber schon ein paar Jahre alt. Zusammen mit dem Griffschalen und den Heizgriffen taugen die gut.

    Ich hatte mal 3-Finger von G*ricke, die hatten Kältebrücken und ich kam damit nicht zurecht, die gingen zurück.

    [Antworten]

  2. Die Stiefel haben aber keinen harten Innenschuh gegen umknicken, oder? Sowas suche ich schon länger in bezahlbar.

    [Antworten]

    • Habe gerade nachgeschaut, nur die Verse hat eine Plastikverschalung und der Fußgelenkknochen, aber trotzdem dürfte es sehr schwer werden mit diesen Stiefeln umzuknicken, die sind echt voluminös und der Innenschuh wird geschnürt. Man hat wirklich viel Halt darin.

      Ich hab jetz die Schweinepfote von Reusch bestellt, die soll angeblich sehr gut sein. Schauen wir mal…

  3. Die Reusch Handschuhe sind temperaturmäßig echt super, das einzige was mich ein wenig stört ist das wirklich „schwammige“ Gefühl, das durch das dicke Futter hervorgerufen wird.

    Bei Stiefeln kann ich auch nur sagen, das Mehr manchmal besser ist 😉

    Ich hab mir mit 18 die günstigsten Stiefel bei Polo geholt. Die haben dann auch 2 Jahre gehalten. Nach einem Jahr warten sie trotz imprägnieren undicht, und wirklich bequem waren sie auch nicht.

    Letztes Jahr habe ich mir dann Daytonas geholt… Nie wieder was anderes 😉

    Kann man bei dir überhaupt fahren? Vorgestern kam im Radio nur das der 30Km Stau auf der A45 bei Drolshagen abgeleitet wird 😉

    [Antworten]

  4. Markus

    schrob am 06 Feb 2010 um 17:50

    Hallo Marc, ich freue mich immer, wenn bei dir ein neuer Beitrag auftaucht; einfach super! Berichte doch mal, wie die kleine KLX den Hardcore-Wintereinsatz verkraftet.

    Viele Grüße

    Markus

    (Dein Freund von motorradfrage.net, dort habe ich mich allerdings wegen der vielen „Scheinfragen“ von Phantasieusern verabschiedet)

    [Antworten]

    • Marc

      schrob am 07 Feb 2010 um 11:25

      @Micha: Mit Drei-Finger-Handschuhen komme ich gut klar, nur Fäustlinge sind mir auch zu „schwammig“, die ich teilweise auch schon gefahren bin.

      Fahren kann man hier schon, nur einen Tag war hier Blitzeis, das war schon heftig… bin erstmal voll in einen Kreisverkehr gerutscht, weil bremsen nicht mehr so wirklich funktioniert. Ist aber nichts passiert…

      @Markus: Ich werde berichten. Bis jetzt schlägt sie sich tapfer, auch das Salz verkraftet sie gut.

  5. Aua ha , echt mutig bei so einem Sauwetter unterwegs zu sein, -15 Grad … das sind ja dann bei 80 Km/h gefühlte -30-40 Grad brrrrr.. ist das eigentlich noch aus zu halten.

    Das die Akku Handschuhe die Leistung nicht bringen ist mir da schon klar, wie sieht das eigentlich mit Heizgriffen aus ??

    Ich bereite gerade meine ER5 auf die nächste Saison vor und überlege an so was ?!

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